Artur Immisch (1902 - 1949) – Komponist und Pianist
1. Hans Bethge - Vertonungen - Noten zum Herunterladen | |
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Foto Artur Immisch | |
2. Zur Herausgabe der Noten | |
3.
Kurzbiographie Artur Immischs |
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4. Vertonungen auf CD | |
Zur Herausgabe der Noten Die ab 1907 erschienenen Nachdichtungen chinesischer und japanischer Lyrik von Hans Bethge (1876–1946) erlangten seinerzeit hohe Popularität und motivierten zahlreiche Komponisten zu Vertonungen, darunter Gustav Mahler, Anton von Webern oder Gottfried von Einem und eine ganze Reihe weniger bekannter Komponisten. Der promovierte Jurist Artur Immisch erhielt seine musikalische Ausbildung (neben dem Studium der Rechtswissenschaften!) zuletzt in Leipzig als Schüler von Carl Adolf Martienssen in künstlerischem Klavierspiel und von Herman Grabner in Komposition. In den 1930-er Jahren erlangte Immisch vor allem in Dresden einen ausgezeichneten Ruf als Konzertpianist vorrangig zeitgenössischer Klaviermusik. Auch als Begleiter von Sängern und Instrumentalsolisten konnte er sich einen Namen machen. Er hinterließ einen qualitativ beachtlichen Nachlass an kammermusikalischen Werken, darunter etwa 50 Lied-kompositionen. Beinahe die Hälfte dieser Lieder sind Vertonungen chinesischer und japanischer Lyrik. Aus handschriftlichen Dokumenten kann man schlussfolgern, dass eine Herausgabe und sogar eine Schallplattenaufnahme geplant waren. Durch die Ereignisse des Krieges und seinen frühen Tod wenige Jahre nach Kriegsende ist es wohl dazu nicht mehr gekommen. Sein kompositorisches Schaffen geriet bald völlig in Vergessenheit. 1989 kam die letzte Schülerin Immischs am Dresdner Konservatorium, Brigitta Lubke (1925 – 2004), in den Besitz des musikalischen Nachlasses ihres einstigen Lehrers. Es gab dann ab 1990 mehrere zaghafte Versuche sein Werk aufzuarbeiten. 1997 gelang es mit großer Anstrengung eine Anzahl Lieder und Klavierkompositionen herauszugeben und einige Werke auf einer CD einzuspielen. Den Notensatz der 10 Vertonungen aus dem „Japanischen Frühling“ habe ich in diesem Jahr angefertigt um diese Lieder mit freundlicher Unterstützung des YinYang Media-Verlages nunmehr 56 Jahre nach dem Tod Artur Immischs veröffentlichen zu können. Bemerkenswert an seinem Liedschaffen insgesamt ist die Tatsache, dass er zum überwiegenden Teil die Liedtexte damals neu erschienenen Publikationen zeitgenössischer Dichter entnahm. „Schon die Auswahl von Texten verschiedenster Herkunft zeigt seine große geistige Wachheit“, wurde in einer Rezension 1997 bemerkt. Dass es erst 50 Jahre nach dem frühen Tod Immischs zur Herausgabe von Kompositionen kam ist ebenso ungewöhnlich wie einzigartig. Den meisten heute mehr oder weniger zu Unrecht vernachlässigten oder vergessenen Komponisten gelang es zu Lebzeiten wenigstens einen Teil ihrer Werke zu veröffentlichen. Aufgeführt werden sie heute dennoch nicht mehr oder nur noch zu bestimmten Anlässen. Das wird auch bei Artur Immisch zukünftig nicht anders sein. Doch werden die meisten bei der Auseinandersetzung mit den Werken zu der Schlussfolgerung kommen, dass seine Musik, die stark vom französischen Impressionismus beeinflusst ist, etwas grundlegend substanzielles, zeitloses und individuelles besitzt. Dies wird nur unwesentlich dadurch gemindert, dass der Hang zum „schwelgerischen“ für den sachkundigen Betrachter und Hörer an der einen oder anderen Stelle vielleicht all zu deutlich hervortritt. In der bereits erwähnten Rezension heißt es dazu: „Mit bewundernswürdiger Meisterschaft…hielt er sich in gesicherten Bahnen wie die „Großen“ der Jahrhundertwende sie gewiesen hatten…“ In den vorliegenden 10 Vertonungen aus dem „Japanischen Frühling“ von Hans Bethge kann sich davon jeder selbst überzeugen. Das Notensatzprogramm, welches mir zur Verfügung stand, stieß bei den anspruchsvollen Liedern oft an seine Grenzen. Deshalb konnte formell nicht immer alles exakt wie im Manuskript notiert werden. Die auf den Umschlagseiten abgebildeten Handschriften sollen durchaus auch einen praktischen Aspekt erfüllen, um evt. Missverständnisse auszuschließen. Bautzen, im August 2005 Ronald Hein | |
Der Pianist und Komponist Artur Immisch wurde 1902 in Hermsdorf, damals Sachsen-Altenburg, als Sohn einer gutsituierten Familie geboren. 1912 zogen die Immischs nach Bautzen. Seine Liebe zur Musik wurde bereits sehr früh offenkundig. Nach dem Abitur bezog er 1921 die Universität Jena um auf Wunsch seines Vaters Rechtswissenschaften und Nationalökonomie zu studieren. Dort begann gleichzeitig seine musikalische Ausbildung bei einem ungarischen Pianisten. Das Doppelstudium setzte er 1922/23 in München an der Universität bzw. an der Akademie für Tonkunst bei Ernst Riemann fort. Er beendete es in Leipzig während der Jahre 1923-28 an der Universität bzw. am Landeskonservatorium, wo er von Carl Adolf Martienssen in künstlerischem Klavierspiel und Klaviermethodik sowie von Hermann Grabner in Musiktheorie und Komposition unterrichtet wurde. Im Jahre 1926 promovierte Immisch zum Doktor der Rechtswissenschaften (Dr.jur.). Eine juristische Tätigkeit hat er jedoch nie ausgeübt, seit 1928 widmete er sich ausschließlich der Musik. Seine Tätigkeit als Konzertpianist führte ihn in mehrere Großstädte Deutschlands, vor allem nach Dresden, wo Immisch Anfang der 1930-er Jahre ansässig wurde. Er erwarb sich einen sehr guten Ruf als Interpret zeitgenössischer Klaviermusik. Später begleitete er vermehrt Sänger und Instrumentalsolisten, auch im Rundfunk. Ab 1936 war Immisch Dozent an der Orchesterschule der Sächsischen Staatskappelle Dresden bzw. am Konservatorium. Seine kritische Haltung zum Nationalsozialismus führte 1943 zur fristlosen Entlassung. Nach Kriegsende erneuerte die Akademie für Musik und Theater Dresden das Angebot, ihn als Dozent an ihr Institut zu berufen. Immisch musste das Angebot wegen seines schlechten Gesundheitszustandes ablehnen. Er verstarb im Januar 1949, kurz nach Vollendung des 46.Lebensjahres, in seiner Heimatstadt Bautzen. Immisch hinterließ einen beachtlichen kompositorischen Nachlass, der vorwiegend auf kammermuikalischen Werken basiert. Vor allem in seinen größtenteils recht anspruchsvollen Liedern offenbart er eine bemerkenswerte Meisterschaft. Beeinflusst vom französischen Impressionismus haben diese Werke auch einen ganz individuellen Stil. Zu einer Herausgabe ist es zu seinen Lebzeiten nicht mehr gekommen. Ab 1997 wurden die Noten der meisten Lieder und einiger Klavier- und Kammermusikwerke gesetzt, viele Stücke in Konzerten aufgeführt, einige auf einer CD eingespielt. Dabei ist es der letzten Schülerin Artur Immischs am Dresdner Konservatorium, Brigitta Lubke (1925-2004), zu verdanken, dass die Manuskripte seiner Werke erhalten geblieben sind. Ronald Hein | |
Die Vertonungen Artur Immischs auf CD Vergessene Kostbarkeiten: Lieder und Kammermusikwerke von Artur Immisch, Reinhold Mücke und Helmut Fritsche. Mit Ronald Hein (Bariton), Liana Bertók (Klavier) und Reiner Ginzel (Violoncello). erschienen bei Konsonanz Stereo DDD, TK 9701-CD, 1997 |
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