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    2001: Jubiläumsjahr Hans Bethges: 1876 - 1946. Sein 125. Geburtstag und 55. Todestag

  Hans Bethge: Nachdichtungen orientalischer Dichtungen

  Reaktionen und Rezensionen:

Übersicht:

Dieter Sattler in der Frankfurter Neue Presse vom 16. April 2005
zu Hafis: "Liebesverse statt Feindbilder"
"Umso mehr Grund, sich mit diesen einfühlsamen Hafiz-Nachdichtungen von Hans Bethge daran zu erinnern, dass es zumindest in der Liebeslyrik keinen Kampf der Kulturen gibt. "
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Johannes U. Lechner im Marburger Forum Online, 2005, Heft 1
zu den Nachdichtungen der Verse des "Asiatischen Liebestempels" und der "Arabischen Nächte"
"Was diese Welt eigentlich ausmacht, ihre innerste Kraft, zeigt sich im Eros, aber er selbst ist wiederum nur die Erscheinungsform eines noch Tieferen, ja des Tiefsten überhaupt, nämlich des gestaltlosen Gottes, der aber, und das ist das Ungeheure, in einem "Tropfen Tau" ganz gegenwärtig ist.
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Elena Maroufi. Myliris – Seminare und Beratung, Oktober 2004:
zu Hafis: "Hafis - das Wesen der Schönheit in Sprache gegossen!"
"Frechheit und Frische, Erhabenheit und Erregung, Liebe und Laster - das ganze Spektrum des Lebendigen wird hier vor uns  ausgebreitet, in einer Sprache, deren Mut und Aktualität verblüfft. Denn es handelt sich nicht etwa um Zeitgenössisches, sondern  um orientalische Lyrik des 14. Jahrhunderts (nach christlicher Zeitrechnung), vor 100 Jahren nachgedichtet von einem deutschen  Poeten. Wer sich auf lyrische Weise dem Orient nähern möchte, kann kaum einen besseren Einstieg finden! [...]
Hier findet sich für Jeden etwas: erlesene Liebeslyrik, pointierte Gesellschaftskritik, tiefgründige Mystik. In der Nachdichtung Hans  Bethges eignet sich Hafis sogar, Gedichte-Muffeln Lust auf Lyrik zu machen!"
  
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Max Lorenzen, Marburger Forum, Juli 2004:
Zu Hafis und Omar Khayyam: "Die Macht des Weines. Zwei große persische Dichter im YinYang Media Verlag"
"Hier ist in letzter Deutlichkeit die Notwendigkeit des Rausches - für den Khayyam, wie Hafis als Bild jeweils den Wein setzen - bezeichnet. Mit dem Alltagsbewusstsein lässt sich der Liebe und Hass in sich vereinende Gott, die Einheit des Gegensätzlichen als gesteigertes Wesen des Seins, nicht begreifen. Beginnt aber das Innere der Seele zu schwingen, so kann das Auge, was sich doch immer schon zeigt, auch wahrnehmen. Seine Blindheit findet in solchen Momenten ihr Ende."
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Max Lorenzen, Marburger Forum, Juli 2003:
zur Indischen Harfe
"Liest man die Nachdichtungen Bethges und erinnert sich daran, dass er nur Prosatexte vor Augen hatte, so glaubt man mit wachsender  Bewunderung, er habe den Ton dieser Lyrik kongenial getroffen."
  
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Max Lorenzen, Marburger Forum, Okt. 2002:
zur Chinesischen Flöte, Sa'di der Weise und dem 
Türkischen Liederbuch
"diese Gedichte, die... das Ergebnis einer eigenartigen, ja einzigartigen Begegnung verschiedener Kulturen und Epochen darstellten."
  
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Karl-Ludwig Barkhausen, Böhme-Zeitung Soltau, Okt. 2002: 
zur Biographie Hans Bethges von Eberhard G. Bethge
"Ich schreibe Verse, da ich nichts anderes kann"
  
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Dagmar Yu-Dembski, Das neue China 2001:
zur Chinesischen Flöte
"In Bethges zeitlos schönen Nachdichtungen sind der lyrische Zauber und die Musikalität chinesischer Poesie unverändert zu spüren. Und so ist der Herausgeberin zu danken und zu hoffen, dass viele Leser sich in dieser Ausgabe an der Schönheit klassischer chinesischer Dichtkunst erfreuen werden."
 
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Hermann Hesse, Münchener Zeitung 1907
zur Chinesischen Flöte
"Ein erstaunliches Buch!"
 
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Jürgen Dehl, Höchster Kreisblatt, 2001
zu allen Nachdichtungen 
"Wer unvoreingenommen die  Nachdichtungen liest (oder wie in diesem Falle: hört),  staunt über die Düfte und Stimmungen, die Bethge einfing."
 
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Professor Henry-Louis de La Grange, Gustav-Mahler-Biograph
"Need I say the Bethges's poetry lies very close to my heart."
 
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Alma Mahler-Werfel, Ehefrau Gustav Mahlers
„Er“, (Dr. Pollak, ein Freund des Hauses), „brachte mir die kostbarsten Leckerbissen, Bücher, Noten. Und so kam er einmal mit Bethges „Chinesischer Flöte“, einer Sammlung von Gedichten, vor allem von Li-Tai-Pe. Die Gedichte entzückten mich, und ich las sie Gustav Mahler immer wieder vor, bis er daraus … „Das Lied von der Erde“ machte.“ 
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Bibliographie der Neu/Wiederauflagen:

Die Nachdichtungen orientalischer Lyrik wieder erhältlich im YinYang Media Verlag:

Seit Oktober 2001 erschienen:

Die chinesische Flöte
Nachdichtungen chinesischer Lyrik aus drei Jahrtausenden. 
Band 1
150 Seiten, Euro 12,50, br.
ISBN 3-9806799-5-0

Sa'di der Weise
Die Lieder und Sprüche des persischen Weisen und Dichters
Erstveröffentlichung aus dem Nachlaß
Band 12
136 Seiten, Euro 12,50, br.
ISBN 3-9806799-6-9

Das türkische Liederbuch
Nachdichtungen türkischer Lyrik
Band 5
146 Seiten, Euro 12,50, br.
ISBN 3-9806799-7-7

Die indische Harfe*)
Die Lieder und Sprüche der Inder
Band 6
155 Seiten, Euro 12,50, br.
ISBN 3-9806799-8-5

2003
Japanischer Frühling
Nachdichtungen japanischer Lyrik
Band 3
156 Seiten, Euro 12,50
ISBN 3-935727-00-3

Omar Khayyam*)
Band 8
ISBN 3-935727-01-1
Die armenische Nachtigall*)
die Lieder des Nehebad Kutschak und anderer armenischer Dichter
Band 9
ISBN 3-935727-02-X

2004
Die Lieder und Gesänge des Hafis
Nachdichtungen der Lieder und Gesänge des Hafis 
Band 2
ISBN 3-935727-03-8
Der asiatische Liebestempel
Band 10
ISBN 3-935727-04-6
Arabische Nächte
Band 4
ISBN 3-935727-05-4

2005
Pfirsichblüten aus China 
Band 7
ISBN 3-935727-06-2
Der persische Rosengarten
Nachdichtungen persischer Lyrik. Band 11 
ISBN 3-935727-07-0

zusätzlich im Herbst 2002 - erschienen:
Bethge, Eberhard Gilbert: Hans Bethge (Biographie) 
185 Seiten, Euro 12,90, br.
ISBN 3-9806799-9-3

*) Mit Überarbeitungen und Ergänzungen aus dem Nachlaß Hans Bethges
 

Zu "Die chinesische Flöte", "Sa'di der Weise" und "Das türkische Liederbuch"
"...diese Gedichte, die... das Ergebnis einer eigenartigen, ja einzigartigen Begegnung verschiedener Kulturen und Epochen darstellten.(Max Lorenzen, Marburger Forum, Beiträge zur geistigen Situation der Gegenwart  Jg. 3 (2002), Heft 5, Text komplett bei: (http://www.philosophia-online.de/mafo/heft2002-05/Bethge1_3.htm))

[..]
... dennoch wird es vielen Leserinnen und Lesern wie Regina Berlinghof oder mir gegangen sein, die in Antiquariaten auf diese Bücher gestoßen sind. Zunächst angezogen von der Aufmachung und den alten Texten, entdeckte man den spezifischen Bethge-Ton, den man vielleicht anfangs noch mit dem der Originale verwechselte, der jedoch die Kaufentscheidung herbeiführte. Der Eindruck dieser Sprache vertiefte sich bei weiterer Lektüre. Nun störte es auch nicht mehr, wenn man erfuhr, dass die Nachdichtungen bereits nach französischen oder englischen Übersetzungen angefertigt worden waren. Man hatte bereits gefühlsmäßig begriffen, dass diese Gedichte - etwa der "chinesischen Flöte" - das Ergebnis einer eigenartigen, ja einzigartigen Begegnung verschiedener Kulturen und Epochen darstellten.
[...]
Das uns im tiefsten Innern anrührende Geheimnis dieser Poesie liegt nicht nur darin, dass sich in ihr ein Gefühl von unendlicher melancholischer Auflösung mit einem klar und plastisch gezeichneten Bild verbindet, in dieser Verbindung sich aber Leben und Tod selber begegnen; ihr Merkwürdigstes überhaupt liegt in dem Gefühl von Stille, Klarheit und Reinheit, das uns beim Lesen dieser Zeilen durchzieht. Es stiftet eine Katharsis, eine Reinigung der Seele, die uns unmittelbar verstehen lässt, worin für das Gedicht das wirklich Wichtige des Daseins besteht. Wenn unsere Existenz sich mit dem numinosen Quellpunkt der Schöpfung berührt und Flüchtigkeit und Dauer ineinanderklingen, verwandeln sich Welt und Seele in etwas Reines und Schönes, von dem wir sonst keine Vorstellung haben. "Wie in des Paradieses seliger Ruh" erscheint das von seiner Last befreite Leben, dessen "Geheimnisse" nun erst rätselhaft hervortreten. Was sie vernehmbar macht, ist das Wesen der Poesie selber.
[...]
Bethges Sprache ist ebenso sanft, wie klar. Ihr Rhythmus schafft Strukturen und Gebilde, die in ein von innen kommendes Licht getaucht sind. So entsteht in diesen Gedichten ein Zwischenbereich, in dem die Gesetze der Schönheit gelten. Die große Poesie der Moderne (eine andere gibt es noch nicht) evoziert ihn nur in den seltensten Fällen unmittelbar; zumeist kann sie auf ihn nur im Schmerz, der aus seiner Abwesenheit resultiert, deuten. Die Welt dieser Nachdichtungen ist eine andere, und es ist ein unschätzbares Glück, dass sie aus einer Zeit, die sich nicht von ungefähr für kulturelle Frühformen interessierte, auf uns gekommen sind.
[...]


Zu "Die indische Harfe"
"... Liest man die Nachdichtungen Bethges und erinnert sich daran, dass er nur Prosatexte vor Augen hatte, so glaubt man mit wachsender Bewunderung, er habe den Ton dieser Lyrik kongenial getroffen." (Max Lorenzen, Marburger Forum, Beiträge zur geistigen Situation der Gegenwart  Jg. 4 (2004), Heft 4, Text komplett bei: (http://www.marburger-forum.de/mafo/heft2003-04/Bethge_indische_Harfe.htm)

[...]
In den Dichtungstheorien jener Jahrhunderte werden, wie Glasenapp in "Die theoretischen Grundlagen der indischen Kunstdichtung" (a. a. O., S. 193 ff) ausführt, die Elemente der Lyrik genau untersucht. Zu ihnen gehören Hyperbeln, Metaphern, Wortspiele etc., also stilistische Figuren, ebenso jedoch die Unwägbarkeiten der Sprache, die Gefühle, Stimmungen, ja letztlich einen überpersönlichen, göttlichen Genuss im Hörer erzeugen können. Auch das verfeinerte Gedicht, das bestimmten Publikumserwartungen entsprechen muss, ist also immer mehr, als ein kompliziertes Konglomerat von stilistisch-rhetorischen Formeln. Das eigentlich Erotische der indischen Liebeslyrik entsteht zwischen den geläufigen Bildern und Satzwendungen und einer Inspiration, die, synästhetisch gesteigert, die Atmosphäre des Verlangens, der Erregung und Stillung sinnlich-geistiger Bedürfnisse, gleichsam unmittelbar vernehmbar macht.

Liest man die Nachdichtungen Bethges und erinnert sich daran, dass er nur Prosatexte vor Augen hatte, so glaubt man mit wachsender Bewunderung, er habe den Ton dieser Lyrik kongenial getroffen.

Regenzeit (Kalidasa) "Beschwert von Blüten, beugen sich die Zweige / Der Bäume nieder, silberne Regentropfen / Glänzen darüber hin, ein schwüler Duft / Ergießt sich durch den feuchten Raum und bringt / Die Liebenden voll Sehnsucht zueinander."

Die ganze Natur ist Zeugung. Der Regen des Himmels und die Blüten der Erde lassen in ihrer Vereinigung einen Duft entstehen, der wie das erotische Stimulans schlechthin die Sehnsucht der Liebenden bis in ein göttliches Übermaß steigert. Die Sexualität der Menschen wird so zum Abbild eines naturhaft-transzendenten Geschehens.
[...]
Der Kampf der polaren Weltkräfte ist in der Erotik zum Spiel verfeinert, in dem "Lust" und "Qual" sich zum Gesamtgefühl einer sinnlich-beseelten Schöpfung verbinden. Im gesteigerten mystischen Augenblick kann der Kosmos als Geist erfahren werden, wie im Erleben von Lust die Körper als der eine Eros. Beide Male wird in der jeweils spezifischen Begegnung - mit dem Gott, dem oder der Geliebten - ein sichtbar-unsichtbares Wesen erzeugt, das eben die "Stimmung" oder numinose Atmosphäre der Begegnung ist.

Zweierlei Glück (Bhartrihari) "Glücklich die einen: die, dem Hang zur Welt / entsagend, aller Leidenschaften bar, / Nur der Erkenntnis Gottes hingegeben, / Die Tage ihrer Jugend in der Tiefe / Der heiligen Wälder still und fromm verbringen. // Glückselig auch die andern: die am Abend / Die lachende Geliebte, deren Brüste / Gleich hohen Urnen in die Lüfte starren, / Heiter umarmen und auf weichem Lager / Der Liebe ihres Seins Erfüllung sehn."

Bhartrihari hat dieses gleiche Bedeuten von Gotteserkenntnis und wirklichem erotischen Erleben wohl gesehen, aber in seinem Hin- und Herpendeln zwischen klösterlicher Einsamkeit und Weltzugewandtheit doch nicht in Balance bringen können. Amaru spricht in "Glück" auf keineswegs häretische Weise aus, dass die Seligkeit der Liebe etwas Göttliches hat:

"Auf lange leuchte dir das reizende / Gesicht des schlanken Mädchens: Beim Genuss / Der Liebe schweb es vor dir, eingerahmt / Von den in Unordnung geratnen Locken, / Geschmückt mit Ohrgehängen, welche schwanken, / Und auf der Stirn bedeckt mit feinen Perlen / Wollüstigen Schweißes, und die Augen glänzen / Gar süß ermattet nach dem Liebesspiel ... // So lang dir dieses wird, was brauchst du da / Vischnu und Schiwa und die andern Götter?"

Die orthodoxe Kirchenfrömmigkeit hat zu allen Zeiten in der Mystik etwas Bedrohliches gesehen, weil sie in der gesteigerten Gottesliebe zurecht etwas Heidnisch-Erotisches ausgemacht hat. Eben das fehlt den heutigen christlichen Gottesvorstellungen, die deswegen so blass sind. In Bethges "indischer Harfe" begegnen wir einer erotisch-polytheistischen Welt, die von der unsrigen nur einerseits sehr weit entfernt ist. Auch die omnipräsente nachmoderne Sexualität kann sich erotisieren, um so gesteigert zu erfahren, was Lust sein kann. Die in diesem Buch versammelten Gedichte vermitteln uns eine bildhafte sinnliche Präsenz davon.

"Ich schreibe Verse, da ich nichts anderes kann" (Karl Ludwig Barkhausen in: Böhmezeitung, Soltau, 8.10.2002)

Biographie über den Dichter Hans Bethge ist neu erschienen: Seine Nachdichtungen orientalischer Lyrik sind lebendig.


Das neue China, Heft 4, 2001 (Dagmar Yu-Dembski, Berlin)

"In Bethges zeitlos schönen Nachdichtungen sind der lyrische Zauber und die Musikalität chinesischer Poesie unverändert zu spüren. Und so ist der Herausgeberin zu danken und zu hoffen, dass viele Leser sich in dieser Ausgabe an der Schönheit klassischer chinesischer Dichtkunst erfreuen werden."


Hermann Hesse zur Chinesischen Flöte: "Ein erstaunliches Buch!"
in: Gesamtausgabe, Die Welt im Buch, Bd. 1 (Rezensionen und Aufsätze), Insel-Verlag, hrsg. Volker Michels
"Aus China hat der Verlag [Insel-Verlag] früher eine schöne Übersetzung der Sprüche des Lao Tse gebracht. Und jetzt kommt, von Hans Bethge bearbeitet und herausgegeben, "Die chinesische Flöte", eine Auswahl der besten chinesischen Lyrik aller Jahrhunderte. Ein erstaunliches Buch! Oft ahnt man zwar betrübt das Köstliche, was auf dem weiten Umweg von den Originalen bis in diese deutschen Nachbildungen verloren gehen mußte, aber einstweilen und für lange Zeit ist eine getreuere Wiedergabe wohl unmöglich. Den Gipfel bildet Li-Tai-Po, der schwermütige Zecher und Liebende, mit seinen Versen, deren Außenseite lockend glänzt und die innen voll trostloser Trauer sind. Zwischen dem fremdländischen Schmuck der Lotosblumen dringen uns immer wieder Gefühle entgegen, die mit unbeschränkter Menschlichkeit uns an die Griechen, die alten Italiener, die Minnesänger erinnern." 

Erstveröffentlichung in: Münchner Zeitung, 27.11.1907
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Höchster Kreisblatt am 11. Dezember 2001   (Jürgen Dehl)
"Bethge schrieb Essays, Dramen und Erzählungen. Seine   Nachdichtungen orientalischer Poesie machten ihn populär. Heute wird ihm „vorgeworfen“, dass er für seine Fassungen nicht auf die Originale zurückgriff, sondern auf  Übersetzungen. Wer unvoreingenommen die  Nachdichtungen liest (oder wie in diesem Falle: hört),   staunt über die Düfte und Stimmungen, die Bethge einfing. (...)  Auch  schimmert in den Gedichten ein Islam auf, den heute kaum einer für möglich halten mag. Geschimpfe über die „Pfaffen“  und die jeweiligen Dichter sind nicht immer nur von Liebe trunken. Handfest schildert beispielsweise Hafis, wie er  sturzbesoffen aus einer Kneipe wankt. Dazu lassen die orientalischen Poeten die zartesten Wortbilder um Flöten, Birnenbaumblüten und Nachtigallen schweben."

Zur Jubiläumsveranstaltung in Kelkheim am 9.12.2001
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Professor Henry-Louis de La Grange, Gustav-Mahler-Biograph und Herausgeber der Briefe Mahlers an seine Frau Alma:
"Need I say the Bethges's poetry lies very close to my heart and that I have learnt several of the original poems of Das Lied von der Erde by heart: I often recite them to myself, of course in the original Germany when I walk thorough the forest in Toblach, where Mahler composed his 'Symphony of Lieder' and his Ninth Symphony, and where I have spent every summer for the last sixteen years."

Henry-Louis de La Grange
Prof. H.L. de La Grange
Bibliothèque musicale Gustav Mahler
11bis rue de Vézelay
F-75008 Paris
e-mail: hlg@bluewin.ch

Hier meine Übersetzung ins Deutsche (RB)
"Muss ich betonen, dass mir Bethges Lyrik sehr nah am Herzen liegt und dass ich mehrere der Originalgedichte des "Lieds von der Erde" auswendig gelernt habe: ich rezitiere sie oft fuer mich selbst, natuerlich in der deutschen Originalfassung, wenn ich durch die Waelder um Toblach wandere, wo Mahler seine Symphonie der Lieder (???) und seine Neunte Symphonie komponierte und wo ich jeden Sommer seit den letzten sechzehn Jahren verbringe."
Henry-Louis de La Grange 
Prof. H.L. de La Grange Bibliothèque musicale Gustav Mahler 
11bis rue de Vézelay 
F-75008 Paris 
Phone +33 1 53 75 16 35 
Fax       +33 1  53 75 19 77 
e-mail: hlg@bluewin.ch


Alma Mahler-Werfel, in erster Ehe mit Gustav Mahler verheiratet:

Alma, Gustav Mahlers Frau, erzählt in ihrem Buch „Mein Leben“: (S. 15)
„Er“, (Dr. Pollak,
ein Freund des Hauses), „brachte mir die kostbarsten Leckerbissen, Bücher, Noten. Und so kam er einmal mit Bethges „Chinesischer Flöte“, einer Sammlung von Gedichten, vor allem von Li-Tai-Pe. Die Gedichte entzückten mich, und ich las sie Gustav Mahler immer wieder vor, bis er daraus … „Das Lied von der Erde“ machte.“

Im selben Jahr verliert das Ehepaar Mahler die ältere Tochter Maria Anna, und kurz darauf wird  bei Gustav Mahler seine schwere Herzkrankheit diagnostiziert. Alma schreibt dazu in ihren „Erinnerungen an Gustav Mahler“:
„Jetzt – nach dem Tode des Kindes, nach der furchtbaren Diagnose des Arztes, in der schrecklichen Stimmung der Einsamkeit, fern von unserem Hause, fern von seiner Arbeitsstätte (die wir geflohen hatten), jetzt überfielen ihn diese maßlos traurigen Gedichte, und er skizzierte schon in Schluderbach, auf weiten, einsamen Wegen, die Orchesterlieder, aus denen ein Jahr später „Das Lied von der Erde“ werden sollte.“

(Mahlers Titel geht auf ein Gedicht des großen chinesischen Dichters Li-Tai-Po (Li-Bai) aus der Tang Zeit zurück: es heißt vollständig: Das Trinklied vom Jammer der Erde.)

Stuttgarter Zeitung online:
 

100 fürs Leben: Porzellan

Zeit, ein wenig zurückzuschauen, und warum nicht mit Gustav Mahlers "Lied von der Erde'', das hartnäckig leugnet, eine Sinfonie zu sein; es wäre sonst seine neunte gewesen, davor hatte er Angst. "Die Flöte aus Jade'' stand ursprünglich über der Partitur, aber der Komponist machte vier Striche dadurch und begann so: "Schon winkt der Wein im goldnen Pokale, doch trinkt noch nicht, erst sing' ich euch ein Lied!'' Das ist altchinesische Lyrik, kunstgewerblich gekittet von Hans Bethge, manchmal wirkt sie fein wie Porzellan, manchmal klingt sie, als habe jemand gerade welches zerschmissen. Doch wie auch immer: Die Musik erzeugt diesen unwiderstehlichen Mahler-Sound; er muss wirklich nur einmal "a'' sagen, und schon ist man ihm und seinem Ton wieder verfallen, der einzigartig "unwiederbringlich'' sagt, das Abendlicht heraufziehen lässt und doch vom Morgenrot flüstert: "Allüberall und ewig blauen licht die Fernen! Ewig... ewig...''
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 Folge 23: Pierre Boulez dirigiert Gustav Mahlers "Lied von der Erde'' und die Wiener Philharmoniker. Es singen Violeta Urmana und Michael Schade. Deutsche Grammophon (DG) 469 526-2.

© Stuttgarter Zeitung online und Stuttgarter Nachrichten online - Stuttgart Internet Regional GmbH, 1997-2001

 

Hervorhebungen vom Verlag

Leserzuschrift der Herausgeberin und Verlegerin Regina Berlinghof 
an die Stuttgarter Zeitung vom 3.7.2001 (mail)

Sehr geehrte Damen und Herren,

"Das ist altchinesische Lyrik, kunstgewerblich gekittet von Hans Bethge,
manchmal wirkt sie fein wie Porzellan, manchmal klingt sie, als habe
jemand gerade welches zerschmissen." 

Die "kunstgewerblich gekitteten" Verse in der "Chinesischen Floete" Hans Bethges haben nicht nur Mahler zu seinem "Lied von der Erde" inspiriert, sondern auch Arnold Schoenberg, Gottfried von Einem, Richard Strauss, Anton von Webern und viele andere Komponisten. Es gibt rund 130 Nachweise von Vertonungen der Nachdichtungen orientalischer Lyrik Hans Bethges. "Die chinesische Floete", so der genaue Titel des ersten Gedichtbandes Hans Bethges mit Nachdichtungen chinesischer Lyrik, fand aber nicht nur bei Komponisten, sondern vor allem bei den Lesern grosse Resonanz und wurde als eigenstaendige Schoepfung sogar ins Niederlaendische und Daenische uebersetzt. Die chinesische Floete erreichte seit 1907 eine Auflage von knapp 100.000 Exemplaren. Nicht schlecht fuer einen Lyrikband!
Auch die folgenden Baende von Hans Bethges Nachdichtungen orientalischer Lyrik fanden bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts grossen Anklang und lohnen eine Wiederentdeckung bzw. Neulektuere. Und mehr noch: Hans Bethges Nachdichtungen sind für uns Abendlaender wunderbar geeignet, den inneren Zugang zu anders denkenden und fuehlenden Kulturen zu finden. In seiner schlicht gehaltenen, fein durchrhythmisierten Sprache, im liedhaften Ton seiner Gedichte werden alle Begrenzungen von Orient und Okzident aufgehoben – seine Gedichte vereinen vollendete Form mit einer inneren Tiefe, die direkt zum Herzen der Leser spricht. 

Es ist mir daher eine grosse Freude, dass ich im Jubilaeumsjahr Hans Bethges in meinem YinYang Media Verlag beginnend mit diesem Herbst alle Nachdichtungen orientalischer Lyrik Hans Bethges neu auflegen und der literarischen und musikalischen Welt wieder zugaenglich machen kann. Ebenso ist es mir als Verlegerin und Herausgeberin ein Anliegen, den aus den orientalischen Regionen zugezogenen Mitbuergern und ihren Kindern die Schaetze ihrer Dichtkunst und Kultur auch in der neuen Sprache zu erhalten. Den Anfang machen "Die Chinesische Floete" und Sa'di der Weise" - Lieder und Gedichte des persischen Weisen und Dichters aus dem 13. Jahrhundert. 
Ich werde Ihnen gerne Exemplare zum genaueren Kennenlernen und Rezensieren zusenden. Weitere Informationen finden Sie auf der Verlagshomepage: www.yinyang-verlag.de.

Vielleicht ist es ja auch fuer eine Stuttgarter Zeitung interessant, dass Hans Bethge seine letzten Lebensjahre bei Stuttgart, naemlich in Kirchheim unter Teck, verbracht hat. Dort befindet sich auch sein Grab. Das Max Eyth Museum hat ihm eine Dauerausstellung gewidmet. Das Literaturarchiv in Marbach pflegt seinen Nachlass.

Ein paar Kostproben der Nachdichtungen Hans Bethges, hauptsaechlich  der persischen Mystiker, habe ich in meinem Vortrag ueber "Mystiker -Rebellen fuer die Freiheit" zitiert, den ich Anfang Juni in der Bonner GoetheHafis Buchhandlung gehalten habe. (Eine Veranstaltung zugunsten der Hinterbliebenen ermordeter iranischer Schriftsteller).
www.yinyang-verlag.de/MystikerRebellen.htm.

In der Bonner GoetheHafisBuchhandlung werde ich am 31.8.2001 in einer Lesung Hans Bethges Gedichte vorstellen. Weitere Lesungen der Bethgegedichte finden im Winter in Kelkheim und Frankfurt statt. Alle
Informationen hierzu finden Sie auf Verlagshomepage.

Mit freundlichen Gruessen,
Regina Berlinghof
____________________________________
YINYANG MEDIA VERLAG
Regina Berlinghof
Im Tal 1
D-65779 Kelkheim

Tel/Fax: 06195 / 900010
Tel.mobil: 0177 / 349 2645

regina.berlinghof@yinyang-verlag.de
http://www.yinyang-verlag.de

 
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Stand: April 2005